dG, Nordhorn. Wie in jeden Jahr tut auch die Grafschaft im Griff von den Karneval sein. Das gilt vor allem für die Getränke- und Pommeslieferanten aus Ober- und Niedergrafschaft. „Ich sag mal so: Da kommt wieder ordentlich wat inne Kasse, wenn die Jungens von den Karneval Klubs Nordhorn so loslegen – unter ner Flasche Korn geht da keiner nach Hause, vor allem nicht GEHT, hehe!“ freut sich Junior-Chef Achim Altering beim Aufladen von seine Getränkewagens, und der windige Geschäftsmann vonne Blanke fügt hinzu: „Der Pikemaht mit seine Körrywurst tut sich ja auch ne goldene Nase verdienen – wer säuft, muss auch freten anbei, ist doch klar!“Was hat es aber mit die Brauch von wegen Karneval auf sich? Eine Frage, die die bekannte Veldhauser Kulturantopologin Getraud Heide-Harmmüller leicht beantworten kann. Auf Anfrage von die dG meilte sie uns folgende Experten-Antwort: „Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, um die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude zu feiern. Diese Bräuche haben sich in den zahlreichen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburgen mit spezifischen Eigenarten entwickelt. Ihren Ursprung haben die Bräuche in einer christianisierten Form der heidnischen Winteraustreibung, wobei ein Bezug zur christlichen Fastenzeit entstand. Weitere wichtige Einflüsse sind die Narretei, Lokalpatriotismus und die Verhöhnung der französischen Besatzung am Anfang des 19. Jahrhunderts.“
„Besatzung vonne Grafschaft?! Nee, nicht mit uns. Aber die Ute von die Tanzgarde kanns wohl gut französisch anbei, ziemlich fließend, hehe!“, freut sich Prinz Dieter III. auf den Karnevalssitzung in den Tanzclub „Schabrakko“. Auf ihrer Herrensitzung übertrafen sich die Narren von selbst – eine Show, die Seinesgleichen inne Grafschaft suchen tut. Nach den Einmarsch von Prinz und Hofstaat und den ersten Runden Schnappes gab es gleich was zun Lachen anbei: Kein anderer als Harry Olthuis aus Ringe, die lebende Legend der Büttenrede, klagte mit viel Trauer anbei, was er als gestressten Ehemann alles erlebt getan hätte. Mit „Nordhorn Allaaf“, „Nordhorn Helau“ und „Frauen buuuuh“ verabschiedeten die Narren den Festredner vonne Bühne wech. Nach die Auftritt von Tanzmariechen Frieda Deters mit ihren zahlreichen Garde- und Schautänzen, kam es zu einen weiteren Höhepunkt des Abends: Frei nach den Motto „Korn oder Emskopp“ fand ein Wettkampf von die junge Prinzengarde statt – als Emskopp stellte sich dieses Jahr der 13-jährige Jan-Hendrik Grögers heraus, der im dritten Anlauf die fälligen acht Korn-Pinneken nicht aufkrichte. Seine Strafe: Als Emskopp mit dicker Nase, dickem Bauch und Blumenkohlohren verkleidet musste er den Rest des Abends am nachgebauten Pappmascheh-Atomkraftwerk inne Ecke sitzen.
Den krönenden Abschluss bildete weit nach Mitternacht dann Nummerngirl „Erika“ aus Warschau. Sie holte sich ältere Grafschafters auff Bühne und brachte mit ihre Einlagen den Saal zun Kochen anbei. „Die Ostfrauen sind total geil – und Spaghettis kochen kann sie auch noch! Die will ich als Frau haben“, schreit der Handy-Verkäufer Tobias, der als Elster verkleidet in der Menge den BH von die Tanzmaus ergattert hat.
dG meint: Oft sind zur fünften Jahreszeit, zum Karneval, die Bürgers breit!
Dr. Bernhard Lehenkamp









